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Title

Schweizerdeutsche Dialekte quantitativ – Dialektometrische Analysen und Vergleich linguistischer Ebenen

Authors
Stoeckle, Philipp
Presented at 13. Bayerisch-Österreichische Dialektologentagung (BÖDT). Erlangen (Germany). 2016
Abstract In den letzten Jahrzehnten hat sich die Dialektometrie als integraler Bestandteil dialektologischer Forschung etabliert. Das Ziel dialektometrischer Studien besteht darin, durch das Messen sprachlicher Ähnlichkeiten bzw. Unterschiede auf der Basis aggregierter Dialektdaten und unter Anwendung statistischer Verfahren höhere Ordnungsstrukturen wie Dialektgebiete oder Übergangszonen aufzudecken, die aufgrund der Betrachtung einzelner Karten nicht erkennbar wären. Die deutschsprachige Schweiz zählt mit Sicherheit zu den lebendigsten und gleichzeitig am besten erforschten Dialektlandschaften Europas. Umso erstaunlicher ist es, dass es bisher nur wenige dialektometrische Studien zum Schweizerdeutschen gibt (Kelle 2001, Goebl et al. 2013) und in keiner dieser Studien die Ebene der Syntax berücksichtigt wurde. An dieser Stelle setzt unser Vortrag an, mit dem wir zwei Ziele verfolgen: Zum einen wollen wir die digitalen Daten präsentieren, die wir für unsere Analysen verwenden. Dazu zählen sowohl 282 Einzeldatensätze aus dem Sprachatlas der deutschen Schweiz (SDS; Hotzenköcherle 1962-1997), die in den letzten Jahren auf der Basis von Atlaskarten digitalisiert wurden, als auch 68 Einzeldatensätze aus dem Syntaktischen Atlas der deutschen Schweiz (SADS; Bucheli & Glaser 2002). Dabei werden wir besonders auf die methodischen Herausforderungen eingehen, die sich sowohl aufgrund der verschiedenen Ortsnetze der beiden Atlanten als auch der unterschiedlichen Informantenauswahl für den Vergleich der beiden Datensätze ergeben. Zum anderen wollen wir die Ergebnisse dialektometrischer Analysen präsentieren, die wir mit diesen beiden Datensätze durchgeführt haben (Scherrer und Stoeckle i.V.). Zunächst werden wir zeigen, wie sich die schweizerdeutsche Dialektlandschaft mittels Clusteranalysen unter Einbeziehung unserer Gesamtdaten gliedern lässt und wie sich diese Gliederung in die Erkenntnisse bisheriger dialektologischer Forschung (z.B. Haas 2000, Hotzenköcherle 1984) einreiht. Im nächsten Schritt wollen wir untersuchen, wie sich die verschiedenen linguistischen Ebenen (Phonologie, Morphologie, Lexik auf der Grundlage des SDS; Syntax auf der Grundlage des SADS) zueinander und zur Gesamtgliederung verhalten. Die dafür verwendeten Verfahren umfassen Korrelationen (sowohl der Ebenen untereinander als auch der Ebenen mit der Geographie) sowie Parameterkarten, anhand derer sich Rückschlüsse auf die Verteilung von innovativen und konservativen Regionen, Dialektzentren oder Übergangszonen ziehen lassen. Es wird deutlich, dass sich für alle vier Ebenen grundsätzlich ähnliche geographische Muster ergeben (dynamische Gebiete im Norden vs. konservative Gebiete im Süden, grosse Übereinstimmung von Dialekt- und Kantonsgrenzen, hohe Korrelation mit Geographie), die Syntax jedoch die grössten Abweichungen aufweist.
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Presentation (Author postprint) (45.4 MB) - public document Free access
Structures
Research group Laboratoire d'Analyse et de Traitement du Langage (LATL)
Citation
(ISO format)
SCHERRER, Yves, STOECKLE, Philipp. Schweizerdeutsche Dialekte quantitativ – Dialektometrische Analysen und Vergleich linguistischer Ebenen. In: 13. Bayerisch-Österreichische Dialektologentagung (BÖDT). Erlangen (Germany). 2016. https://archive-ouverte.unige.ch/unige:90852

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Deposited on : 2017-01-04

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